Vom Sonntag, dem 3. Gebot

 

Nimm das Leben als ein Fest: Trag immer
frisch gewaschene Kleider und sprenge
duftendes Öl auf dein Haar! Genieße jeden
Tag mit der Frau, die du liebst, solange das
Leben dauert, das Gott dir unter der Sonne
geschenkt hat.
(Prediger 9, 8-9)

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Konstantin ausging, dass alle Welt am Sonntag mal zur Ruhe und Besinnung komme….
Und dieses Gebot erging zu der Zeit – vor genau 1700 Jahren (3.März 321 ), als das Römische Reich bis an den Rhein (Köln) reichte.
Das war also damals schon eine staatliche Anordnung zum arbeitsfreien Sonntag, – so wie sie heute in unserem Grundgesetz steht! Nur ist mir unser GG mehr auf den Ton der Freiheit gestimmt, eine Freiheit auch der anderen, auch der anders Glaubenden (Toleranz); aber auch der Freiheit der zu Schützenden (Arbeitnehmer)….

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt.
Alle Menschen sind gleich. – Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen
und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
Der SONNTAG ist als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.
(Aus unserem Grundgesetz )

Diese Akzentuierung der Freiheit, ja der Freude in und am Gesetz ist uns Christen schon aus dem Judentum bekannt (vgl. auch oben das Zitat aus Prediger 9 ), wenn es da im 3. Gebot ausdrücklich heißt: Aber am siebten Tag ist der Sabbat deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, deine Magd….auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du. Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und dein Gott dich von dort herausgeführt hat…. ( 5.Mose 5)

Die Heiligung des Sabbat geht einher mit festlicher Gestaltung, mit einer Vorfreude, die schon am Vorabend beginnt und eben der Erinnerung an das Geschenk der Freiheit ( aus der Sklaverei Ägyptens). – Übrigens erinnern wir in diesem Jahr auch 1700 Jahre Judentum in Deutschland!

Auch wir Christen erschöpfen uns nicht in der Arbeit, die wir vollbringen, sondern sind neben den notwendigen Werktagen bestimmt zur „Freiheit, Feier und Freude“ (Karl Barth). Gott schenkt uns einen Tag unbeschädigten Lebens, er ist Vorgeschmack einer Existenz in der ´himmlischen Ruhe Gottes`, zu der wir ein Leben lang unterwegs sind. Wir sollen diesen Tag also nicht als zweckmäßige Pause falsch verstehen, ihn eher wieder neu entdecken und so auch wieder heiligen.
Am Ostermorgen begegnete der Auferstandene seinen Jüngern. Von da an erklärten die Christen den Sonntag als Tag des Herrn, der mit Verkündigung und Abendmahl gefeiert wird. Also nicht der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft soll den gemeinsamen Ruhetag zur Begegnung, Sammlung und Feier genießen. Ausnahmen sind laut GG auf die Arbeiten zu beschränken, die das Leben schützen.
Christen glauben, dass sie erst dann zu sich selbst kommen, wenn sie auch Zeit für Gott haben.
Aus seinem Wort (Predigt) erfahren sie, wer sie sind und auf welche Ziele sie ihr Leben ausrichten.

Peter Hennecke

 

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